Skoda Octavia 2013 - Operation am Herzen

Für Škoda ist der Octavia das wichtigste Auto am Markt. Nicht nur, wenn es um die Markenidentität geht. Jetzt kommt die dritte Octavia-Generation. Wir haben sie uns schon mal angesehen.

Winfried Vahland weiß um die Bedeutung des Octavia: \"Er ist das Herz der Marke, der Škoda schlechthin.\" Der Vorstandschef des tschechischen Autobauers stellte jetzt im neuen Škoda-Museum von Mlada Boleslav die dritte Generation der Kompaktlimousine vor.

Dabei ist \"kompakt\" für den neuen Octavia eher ein relativer Begriff. Nach wie vor basiert er zwar auf der gleichen Plattform wie der VW Golf und nutzt weidlich die Synergien, die den Tschechen das wohlgefüllte Konzernregal des Mutterkonzerns Volkswagen bietet. Doch wo es der Wolfsburger Dauerläufer auch in der Version 7.0 gerade mal auf 4,20 laufende Meter bringt, schafft der neue Octavia 4,66 Meter Länge. Das ist ebenfalls mehr als selbst der neue VW Jetta bietet. Auch sonst hat der Octavia rundum zugelegt: Die Breite wuchs um 4,5 cm und der Radstand um 10,8 cm.

Letzteres kommt vor allem dem Innenraum und dem Platz für die Passagiere im Fond zugute. Entsprechend üppig geht es in der Limousine zu: Mit 1.782 mm Innenraumlänge, 73 mm Kniefreiheit oder 980 mm Kopffreiheit schafft sie Freiraum wie kein anderer Vertreter der Kompaktklasse. Gleiches gilt für das Kofferraumvolumen von 590 Litern. Der Golf etwa kommt selbst in der Kombi-Version nur auf 505 Liter, der Jetta schafft 510 Liter und auch der Passat nur 565 Liter. Noch weiter abgeschlagen im Kofferraum-Ranking die Stufenheck-Varianten außerhalb des VW-Konzerns: Mazda 3 (430 Liter), Ford Focus (475 Liter), Chevrolet Cruze (450 Liter) oder der Mitsubishi Lancer (344 Liter).

Das Team um Chefdesigner Jozef Kaban hat das Auto nach eigenen Worten \"von Kopf bis Fuß neu gestaltet\". Nun, ganz so radikal ist die Operation am Herzen der Škoda-Welt denn doch nicht ausgefallen - der Octavia ist durchaus noch als Octavia wiederzuerkennen. Die Front wird geprägt durch vertikale Linien, die sich in den Scheinwerfern wiederholen und das Škoda-Logo ist neu an der Spitze der Motorhaube platziert worden. In der Seitenansicht erscheint der Octavia nun coupéhaft-dynamischer - nicht zuletzt ein optischer Effekt, für den eine hohe, scharfe Tornadolinie verantwortlich ist, die sich über die ganze Wagenlänge zieht. Dazu kommen kürzere Überhänge, ein längerer Radstand und die nach hinten gezogene C-Säule. Das Heck mit den Škoda-typischen C-förmigen Rückleuchten erscheint etwa aufgeräumter als beim Vorgänger.

Neu gestaltet, aufgeräumt und wertiger ist auch der Innenraum. Und an der Sicherheit wurde gearbeitet: Insgesamt hat der Octavia nun neun Airbags, darunter Knieairbags und Seitenairbags hinten. Überhaupt haben Škodas Ingenieure ein üppiges Paket an meist optionalen elektronischen Sicherheitsfeatures geschnürt. So gibt es künftig etwa Notbremsfunktion und Spurhalte-Assistenten, einen automatischen Bremseingriff bei einem Unfall, Müdigkeitserkennung und eine aktive Motorhaube für den Fußgängerschutz. Dazu kommen Komfortassistenten wie eine automatische Distanzregelung und ein Fernlichtassistent, Parkassistent und Verkehrszeichenerkennung. Per Knopfdruck kann der Fahrer unterschiedliche Fahreigenschaften seines Octavia einstellen - \"Driving Mode Selection\" nennt Škoda das in schönstem Tschecho-Denglisch.

Unter der Fronthaube bietet Škoda für den Octavia vier Benzin- und vier Dieselmotoren zur Wahl an, alle auch als \"Green tec\"-Version mit Start-Stopp-Funktion und Rekuperation zu haben. Die sauberste Variante verbraucht als 1.6 TDI mit 81 kW/110 PS laut Škoda gerade mal 3,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Das macht einen CO2-Ausstoß von nur 89 g/km - nur zwei Gramm mehr als der sauberste 2,7-Meter-Smart mit 0,8-Liter-CDI-Motor und 54 PS. Am anderen Ende der tschechischen Motorenpalette steht zunächst der 1.8 TSI mit 132 kW/180 PS. Geplant sind zudem eine Allrad-Version und ein auf sportlich getrimmter RS.  

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